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16. August 2017

Immobilienblase in Kanada – folgt der große Knall?

Toronto: Immobilienverkäufe brachen im Juli um 40% ein

Damit eine Immobilie gebaut werden darf, muss ein Statiker für die Stabilität garantieren.

Eine solche Instanz gibt es auf dem Finanz‐ und Hypothekenmarkt leider nicht, denn dort schlägt die Volatilität
manchem Investor kräftig auf den Magen – wie aktuell in Kanada. Nach US‐amerikanischem Vorbild
in negativem Sinne, droht auch in Nordamerika die Immobilienblase zu platzen, schmerzhafte
Vorläufer mit herben Verlusten sind bereits deutlich spürbar.

Verkauf von Wohnobjekten in Toronto mit einem Minus von 40%

Bei Investitionen handelt es sich so lange um totes Kapital, bis es ein Käufer zum Leben erweckt.
Doch genau diese Käufer blieben im Juli in Kanadas Hauptstadt trotz stark wachsender Einwohnerzahl aus. Verkaufswillige Immobilienbesitzer werden Ihre Objekte nicht los, viele Käufer treten sogar von bereits unterschriebenen Verträgen zurück, während die Immobilienpreise fallen und fallen. So berichtet es der kanadische Finanzexperte Garth Turner auf seinem Blog, spricht von einem der rasantesten Markteinbrüche der Geschichte und wird sehr deutlich, wenn er warnend betont: „Der Mist nimmt kein Ende.“

Kanadische Notenbank dreht am Zinsregler

Mitverantwortlich für die Immobilienkrise in Kanada ist nicht zuletzt die Notenbank, die erstmals seit 2010 den Leitzins von 0,25% auf 0,75% erhöhte. Andrew Peck, Präsident der Canadian Real Estate Association, ist sich sicher, dass die Zinsverteuerung der Immobilienkredite das „Vertrauen in den Hauskauf dämpfen [kann].“ Der Absturz des Häusermarkts in Kanada ähnelt stark der Immobilienblase in den USA von 2007, was bedeuten könnte, dass dem nordischen Nachbarn das Schlimmste noch bevor steht. Eine plötzliche Preiskorrektur könnte wie ein Dolchstoß wirken und tief in den Finanzsektor dringen, wo die „Home Capital“, Kanadas größte Hypothekenbank, bereits mit Falschangaben bei der Darlehensvergabe von sich reden machte. Es bleibt abzuwarten, ob die Immobilienblase tatsächlich platzt und viele Investoren eine Menge Geld kosten wird – das Risiko dafür ist jedenfalls hoch.

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